Zeit der letzten Brachen

20.7.–29.7.21  Seit 2017 filmt der Künst­ler Lars Preis­ser die ver­schwin­den­den Brach­flä­chen Ber­lins mit einer 16mm Film­ka­me­ra. Aus dem so ent­stan­de­nen Archiv hat er Moti­ve aus­ge­wählt und damit die Wer­be­flä­chen um die Brach­flä­che an der Kreu­zung Pots­da­mer Stra­ße / Alvens­le­ben­stra­ße plakatiert.

Mit Brach­flä­chen und ihrem ste­ti­gen Ver­schwin­den las­sen sich diver­se Bedeu­tungs­ebe­nen ver­knüp­fen: Kind­heits­er­in­ne­run­gen, Frei­heit, Aben­teu­er, eine in Ver­ges­sen­heit gera­ten­de Kriegs- und Geschichts­the­ma­tik, Gen­tri­fi­zie­rung und eine zuneh­mend klaus­tro­pho­bi­sche Stadt­land­schaft. Das Pro­jekt „Zeit der letz­ten Bra­chen“ wird rea­li­siert mit Unter­stüt­zung der Initia­ti­ve Drau­ßen­stadt / BESD-Pro­gramm des Ber­li­ner Senats.
Die vom 20.7. bis 29.7.2021 zu sehen­den Film­stills hat Lars Preis­ser mit Slo­gans ver­se­hen, die anre­gen kön­nen, anders über die­se Orte nach­zu­den­ken. Die Pla­kat­mau­er mit Moti­ven von Schö­ne­ber­ger Bra­chen soli­da­ri­siert sich so mit der dahin­ter (noch) bestehen­den Brach­flä­che, ver­sucht sie zu schüt­zen, ihr Anse­hen zu ver­bes­sern und sie als einen legi­ti­men und schüt­zens­wer­ten Ort zu eta­blie­ren. In Japan sind Begrif­fe wie Mu (“Nichts”) oder Ma („Lee­re“, “Zwi­schen­raum”) phi­lo­so­phisch besetzt, und auch das japa­ni­sche Wort für Bra­che „Har­ap­pa“ (zu Deutsch soviel wie “wil­des Feld”), hat posi­ti­ve­re Kon­no­ta­tio­nen als die deut­sche Bezeich­nung oder das eng­li­sche Wort „was­te­land“. Ande­res als bei­spiels­wei­se Brach­flä­chen in der Kur­fürs­ten­stra­ße oder der Gru­ne­wald­stra­ße ist die Bra­che an der Pots­da­mer Stra­ße / Alvens­le­ben­stra­ße noch nicht bebaut, und wird in der Zwi­schen­nut­zungs­pha­se als Wer­be­flä­che ver­mie­tet. Das Pro­jekt ist ein Ren­nen gegen die Zeit; es erzählt von der Schön­heit und einem Sinn der Lee­re jen­seits von Nut­zungs- und Verwertungskonzepten.

 

Par­al­lel zu der Pla­kat-Prä­sen­ta­ti­on zeigt die Gale­rie Zwit­scher­ma­schi­ne (Pots­da­mer Str. 161) in ihrem Schau­fens­ter den Film „Zeit der letz­ten Bra­chen“ von Lars Preis­ser — vom 20.7. ab 18Uhr (Eröff­nung) bis zum 29.7. (täg­lich ab 18 Uhr die gan­ze Nacht lang).

Kreu­zung Pots­da­mer Stra­ße / Alvenslebenstraße
20.7. bis 29.7.2021

Wäh­rend der Aus­stel­lungs­zeit läuft der Film “Zeit der letz­ten Bra­chen” in der Zwit­scher­ma­schi­ne, Pots­da­mer Str. 161, 10783 Ber­lin, täg­lich ab 18 Uhr.

         

   

Fotos: Lars Preisser / Peter Rümenapp

  • 4.0 die bra­che ist Mahn­mal der Zer­stö­rung…: Foto: Lars Preisser